Recht haben und Recht bekommen

Die Orientierung im Deutschen Recht ist mitunter äußerst schwierig. Dabei spielt das in der Öffentlichkeit weit verbreitete Vorurteil „3 Juristen, 5 Meinungen" eine nicht unerhebliche Rolle.
Aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen und Interpretationsmöglichkeiten eines Sachverhaltes sowie den Schwierigkeiten bei der Sachverhaltsaufklärung aufgrund unterschiedlicher Schilderungen der Beteiligten, sind bereits aus der Natur der Sache heraus diverse Interpretationen und daraus resultierende Lösungsansätze möglich. Folglich sind Recht haben und Recht bekommen nicht immer das selbe. Umgekehrt erklärt sich hierbei, dass es bei „nur einer richtigen Falllösung" gar keine Rechtsstreitigkeiten gäbe und mithin ein mehrstufiger Instanzenzug gar nicht nötig wäre.



Rechtsstreitigkeiten können neben Geld auch Zeit und Nerven kosten. Bis diese rechtskräftig abgeschlossen sind, kann es je nach Anzahl der Instanzen zwischen 6 Monaten und mehreren Jahren dauern, bis der jeweilige Fall endgültig entschieden ist. 
Insoweit bietet es sich in vielen Fällen an, Gerichtsverfahren zu vermeiden und zu versuchen, sich bereits außergerichtlich zu einigen. Bei dem jeweiligen Rechtsstreit ist stets zu berücksichtigen, dass es nicht nur um die Durchsetzung des eigenen Anspruches geht, sondern damit immer auch Kosten (Rechtsanwaltskosten, eigener Zeitaufwand und ggf. eigene Kosten) verbunden sind. Dieses zu bedenken und prozessökonomisch einzuschätzen, ist für uns im Rahmen der Erstberatung selbstverständlich.

Ferner ist zu bedenken, dass Sie auch bei positivem Ausgang eines geführten Rechtsstreites in wirtschaftlicher Hinsicht möglicherweise der „Verlierer" sind. Denn auch bei „überwiegender Erfolgsaussicht" sind die Kosten und der Nutzen eines Prozesses realistisch zu bewerten. 

Wenn Sie z.B. nach dem Obsiegen in einer Zahlungsklage beim Gegner, unter Zuhilfenahme des Gerichtsvollziehers, nichts verwertbares vollstrecken können und Ihr Gegner darüber hinaus die Vermögensauskunft (früher: eidesstattliche Versicherung; kurz: EV) abgegeben hat, hat das obsiegende Urteil keinen tatsächlichen Wert. 

Konsequenz ist vielmehr, dass Sie Ihre Rechtsanwaltskosten sowie die Gerichtskosten selbst zahlen müssen. Insoweit ist es zwingend notwendig, vor einem beabsichtigten Rechtsstreit jeweils die prozessökonomischen Risiken zu bedenken. 



Wir sehen uns daher verpflichtet, vor einer Inanspruchnahme der Gerichte mit Ihnen die prozessökonomischen Risiken zu besprechen.


Michael Gerhards
(Ihr) Rechtsanwalt

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